Ein Ranking ohne Inhalt

Ich habe selbst im letzten halben Jahr an 2 Rankings mitgearbeitet. Es ging bei beiden um Facebookseiten, im einen um die der UEFA-Championsleague-Vereine im anderen die der Führenden ICT-Unternehmen in Deutschland (Wir haben Infografiken daraus gemacht, da uns eine Tabelle zu trocken war). Den Rankings liegt ein Bewertungssystem zu Grunde welches wir lange entwickelt haben, um weder zu wenig noch willkürliche Informationen/Aussagen zu treffen. Denn das ist ja der Sinn eines Rankings:Eine Sammeln der vorhandenen Daten, eine Kategorisierung und Aufbereitung um Vergleiche und Bewertungen durchführen zu können.
Gerade bei Facebookseiten will man Aussagen über Qualität als Ergebnis. Man will wissen was die Guten so besonders gut, und die Schlechten besonders schlecht machen. Aber das interessiert die drehscheibe nicht. Alles was sie interessiert sind die Facebook-„Fan“-zahlen. und das nun schon zum dritten mal in ihrem „Facebookranking deutscher Tageszeitungen„. Es wird ein einfacher Quotient gebildet: Wie stehen Facebook-gefällt-mir-Klicker und Totholz-Leser* im Verhältnis? Das reicht dann aus um eine Rangliste zu bilden. Weitere Kategorien, Informationen, Bewertungen? Fehlanzeige.
Das Ranking nimmt sich selbst jede Aussagekraft, durch diese eindimensionale Auflistung der untersuchten Objekte.
Dazu kommt dieser unsägliche Aufruf, das alles was wichtig ist, die Zahl der Facebook-„Fans“ sei. Dieses Denken ist leider immer noch viel zu weit verbreitet, und Rankings wie das oben genannte bestärken die Firmen in diesem Denken noch! Best Practice Beispiele für gelungene Interaktion, Design, oder Nutzerfreundlichkeit werden nicht hervorgehoben. Diese Dinge wurden ja auch nicht bewertet. Aber genau diese Dinge sind es was den Erfolg einer Facebookseite ausmachen, egal wie viele Fans dass die Seite hat.
Dieses Ranking MUSS also einfach ignoriert werden. Das fällt nicht schwer, da es wie schon gesagt keinerlei Aussagekraft hat, leider. Und es MUSS endlich dieses „Fan“Zahlen-Denken aufhören! Die Auflage einer Zeitung sagt ja auch nur bedingt etwas über ihre Qualität aus.

*Aktuelle Auflagenzahlen

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About Frederik Proß

Ich lebe die Online-Kommunikation, bin Digital-Native und Early Adopter und weiß deshalb immer, was der nächste Trend in Sachen Kommunikation und Marketing ist. Ich probiere so gut wie alles aus, was nicht bedeutet dass ich auch jedem Trend hinterherrenne, denn Nachhaltigkeit ist sinnvoller als die Kurzlebigkeit mancher neuen Tools.
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