Der Facebook-Skandal – kurz erklärt

Es ist eins der großen Themen der letzten Wochen und es wurde schon viel darüber gesagt und geschrieben: Der Facebook-Skandal. Allerdings habe ich festgestellt, dass die allermeisten trotzdem nicht genau wissen worum es genau geht und was nun genau der Skandal ist. „Facebook wurde gehackt„, „bei Facebook wurden private Daten geklaut„, „Facebook steht jetzt vor Gericht“ – das und mehr höre ich wenn ich mit den Menschen rede. Deshalb will ich versuchen das ganze mal zu erklären, so kurz und einfach wie möglich.

Nach Welchem Prinzip funktioniert Facebook?

Skandal bei Facebook

Titelseite einer Zeitung (Jahrgang 2012)

Angefangen hat es damit, dass man ein persönliches Profil hatte, irgendwann konnte man dann Statusupdates posten, Fotos hochladen, Links und Videos teilen etc. Irgendwann kamen dann auch die Apps – Spiele, Umfragen, Verbindungen zu anderen Seiten, was den Programmierern so einfiel. Diese Apps hat Facebook aber nicht selbst entwickelt sondern dritte. Facebook hat aber die Möglichkeit gegeben, dass die Apps auf die Informationen im persönlichen Profil zugreifen können. Das war auch ganz schick, da man sich in vielen Fällen die Ausfüllerei gespart hat. Keiner hat darüber nachgedacht und einfach unbedarft geklickt.

Was haben Facebook Apps mit den Profildaten gemacht?

Ansatzweise sichtbar, was Apps können – im positiven wie im negativen – wurde zur Hochzeit der Spiele wie Farmville: automatisch hat die App allen freunden eines Spielers Einladungen und Benachrichtigungen geschickt. Das war kurz lustig, dann war es nur noch nervig. Aber jeder hatte der App erlaubt, auf seine Freundesliste zuzugreifen und seinen Freunden Nachrichten schicken zu können. Facebook hat da immer wieder mal nachgebessert, damit die Nutzer nicht ganz so genervt waren. Im Kern hat sich daran nichts geändert – Apps können anfragen auf alle Daten zuzugreifen und sie zu verarbeiten.

Wurde Facebook nun gehackt?

Ganz klar: Nein! Das einzige was passiert ist, ist dass eine App zunächst den Regeln von Facebook für eine Umfrage genutzt wurde. Dabei hat sie die Daten der Nutzer erhalten, die daran teilgenommen haben. Da die Entwickler diese Daten dann aber an dritte weitergegeben und nicht dem ursprünglichen Zweck entsprechend weiterverarbeitet haben, haben Sie gegen die Bestimmungen und Regeln von Facebook verstoßen. Facebook hat das schon vor ein paar Jahren gemerkt und die App und ihre Entwickler gesperrt bzw. ermahnt die Daten zu löschen.

Was ist nun der eigentliche Skandal?

Ich halte einen Vortrag

Ich, 2012, beim Erklären wie die Facebook und seine Datenschutzeinstellungen funktionieren

Der große Wind um dieses Thema wird sicherlich gemacht weil vermutet wird, dass die Daten in diesem Fall für u.a. für das Targeting im US-Wahlkampf benutz wurden. Damit hat das ganze zwar eine neue Dimension erreicht, aber neu ist das Thema wirklich nicht.

Und wer ist nun Schuld?

Man kann Facebook die Schuld geben weil es sein Geschäftsmodell so ausgerichtet hat und zu lasch mit den schwarzen Schafen unter den Apps umgegangen ist. Man kann Cambridge Analytica die Schuld geben, da sie die Daten so aquiriert und verwendet haben. Aber Ich denke das Grundlegende Problem liegt wo anders: Die Nutzer haben sich schlicht und ergreifend keine Gedanken darüber gemacht, was sie da eigentlich tun, was sie von sich preis geben und was hinter diesen Apps, Umfragen nund Quizzen steckt! Wir sind also alle selbst schuld! Und so sehr sich viele über die neue DSGVO aufregen, genau deswegen gibt es die. Dass Facebook nun das löschen seiner Daten vereinfacht liegt an eben dieser, und nicht daran, dass deutsche Ministerinnen Facebookmanager einladen und mit erhobenem Zeigefinger „dududu“ sagen.

tl:dr

Facebook wurde nicht gehackt. Eine App hat erst nach Facebook regeln Daten abgegriffen, dann hat sie mit der Verwertung und Weitergabe gegen Facebookrichtlinien verstoßen. Wir sind selbst schuld weil wir nicht darüber nachdenken was wir da an Daten preisgeben

verbreite die Botschaft:

Facebook Twitter Plusone Linkedin Pinterest Stumbleupon Email

About Frederik Proß

Ich lebe die Online-Kommunikation, bin Digital-Native und Early Adopter und weiß deshalb immer, was der nächste Trend in Sachen Kommunikation und Marketing ist. Ich probiere so gut wie alles aus, was nicht bedeutet dass ich auch jedem Trend hinterherrenne, denn Nachhaltigkeit ist sinnvoller als die Kurzlebigkeit mancher neuen Tools.
This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.

Leave a reply