Homeoffice für Newbies

Die erste große Homeoffice-Woche ist um in der viele zum ersten mal, bzw, zum ersten mal dauerhaft von zu Hause aus arbeiten. Habt ihr euch alle eingelebt? Egal ob deine Antwort Ja oder Nein lautet, es ist auf jeden Fall anders als im Büro. Als Digitalo habe ich das Glück, schon lange auch immer wieder mal aus dem Homeoffice arbeiten zu dürfen / können. Deshalb nun mein großer Homeoffice-Service-Blogpost. Aber zunächst habe ich mal auf Twitter rumgefragt wie es denn so mit der Homeoffice-Nutzung aussieht:

Die Umfrage ist natürlich alles andere als repräsentativ, nur ein paar Teilnehmer, die auch noch aus meiner Twitter-Bubble, aber einen kleinen Einblick gibt es doch.

Ergänzung: auf Instagram sagten 81% (21) dass sie aktuell Homeoffice machen, 19% (5) nicht. Vor Corona waren es 67% (18) die Homeoffice erfahrung hatten, 33% (9) sind HO-Neulinge.

Erstens: Sehr viele machen zur Zeit Homeoffice, ich vermute (und hoffe) dass alle bei denen es Möglich ist, es auch machen Zweitens: für die meisten ist Homeoffice nicht neu, 2 von 11 hatten es aber bisher noch nicht gemacht. Und drittens: sehr viele haben einen richtigen Schreibtisch an dem sie arbeiten können, nur ein Fünftel muss am Esstisch arbeiten und keiner arbeitet von der Couch aus oder sonstwo. Da die frage in der Hinsicht unpräszise war aber sich auch keiner zu Wort gemeldet hat: Stehschreibtische hat entweder keiner oder fallen unter Schreibtisch 😉

Der Arbeitsplatz

Nicht ohne Hintergedanke habe ich die Frage gestellt, wo gearbeitet wird. Meiner Meinung nach der wichtigste Faktor für das Arbeiten im HO ist ein richtiger Arbeitsplatz. Aus Erfahrung kann ich sagen: ein Schreibtisch und ein richtiger Bürostuhl sind das Mindeste. Ich persönlich habe auch „nur“ ein Ikea-Kallax-Regal mit dem dazugehörigen, angesteckten Schreibtisch, aber dieser erfüllt seinen Zweck hervorragend. In Zeiten in denen Ich diese aus Platz- oder anderen Gründen nicht hatte, habe ich auch weniger Homeoffice gemacht. Den Heimarbeitsplatz komplettieren ein Bildschirm, eine Tastatur und eine Maus. Diese drei finde ich unverzichtbar da Laptops meiner Meinung nach nicht dafür gemacht sind, 7 oder 8 Stunden -nur- an ihnen zu arbeiten. Jedenfalls sieht das ganze bei mir dann so aus:

Mein Arbeitsplatz zu Hause

Auf dem Schreibtisch dann wie auch im Büro: Kaffee und Wasser. Viel mehr Tipps zur Einrichtung will ich gar nicht geben, ich denke, jeder weiß selbst was er braucht und was nicht. Wer gute Augen hat erkennt es vielleicht: Ich habe ein altes Bluetooth Headset reaktiviert. Ja die Teile trenden wieder (für alle die sich keine überteuerten Airpods zulegen möchten). Und das bringt mich auch zum nächsten Punkt:

Das Arbeiten

Natürlich ist das Arbeiten zu Hause komplett anders als im Büro. Bei einem Tag HO in der Woche freut man sich über die Ruhe, ungestört manche Dinge abarbeiten zu können, für die im Büro einfach zu viel Ablenkung ist. Auf Dauer gibt es aber nicht nur solche Aufgaben sondern durchaus auch welche die Austausch bedürfen. Auch unabhängig davon entsteht im Büro, auf dem Flur oder in der Teeküche immer Austausch der in vielerlei Hinsicht hilfreich sein kann. Dies zeigt sich darin, dass viele für die HO neu ist, die ersten Tage im HO als „langweilig“ empfinden. Die gewohnten Abläufe sind also gerade alle hinfällig und müssen neu definiert werden.

Wie kommunizieren wir miteinander? Wie arbeiten wir gemeinsam an Projekten? Klar, E-Mails schreiben wir schon immer, auch Telefonieren ist Alltag. Skype oder andere Videokonferenztools werden nun so richtig intensiv genutzt. Es führt auch kein Weg dran vorbei, aber auch hier muss sich noch einspielen dass es mehr ist als nur „Telefonieren mit Bild“. Auch die anderen Tools die zur Verfügung stehen müssen wir in der Nutzung neu definieren. (Hier hat ja jeder seine eigenen, von Datenservern über Cloud-Offices bis Projektmanagement-Tools und Intra-Social-Anwendungen). Ich gebe zu, auch ich muss mich in diesen Tagen in manchen dingen neu organisieren und aufstellen. Aber es geht uns allen so und ich denke wir werden uns da im wahrsten Sinne des Wortes auch einarbeiten.

Immer Erreichbar? Was ist mit den Pausen?

Für viele war und ist das größte Argument gegen HO, dass Arbeit und Privateleben zu sehr verschmelzen. Außerdem befürchten Chefs oft, dass die Produktivität zu Hause leidet. Das wiederum führt bei den Angestellten Dazu, das Gegenteil beweißen zu wollen. Aber mal ehrlich: im Büro sitzt du auch nicht 8 Stunden durchgehend auf deinem Stuhl. Du holst dir einen Kaffee (oder Tee), machst mal das Fenster auf, gehst mal zum Drucker/Kopierer oder aufs Klo. Und ja, du redest mit deinen Kollegen. Mit denen in deinem Büro, mit denen in den anderen Büros, auf dem Flur… und nicht immer nur über die Arbeit. Also mach dir zu Hause nicht zu viel Druck, sondern verhalte dich einfach ganz normal. Mach kurze Päuschen, mach deine Mittagspause, hol dir nen Kaffee. Und arbeite dann wieder konzentriert weiter.

Dass dazu auch gehört „normal“ Feierabend zu machen ist selbstverständlich. Und wenn etwas dringendes ist, ist doch die größere Flexibilität auch von Vorteil. So lange es geplant ist spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, auch nach 18 Uhr nochmal in die Mails zu schauen, wenn man etwas wichtiges erwartet.

Fazit: Home Office 4 ever?

Es ist möglich, zu Hause genauso produktiv zu Arbeiten wie im Büro. Allerdings kennen die allermeisten das Dauer-HO nicht und Workflows und Prozesse müssen erst neu definiert werden uns sich einspielen. Die technischen Voraussetzungen sind ( in den meisten Fällen) gegeben und wir werden uns schnell daran gewöhnen können und auch müssen, damit der „Laden“ weiter läuft. Sollte sich die allgemeine (Corona) Lage ändern werden wir natürlich froh sein wieder soziale Kontakte zu haben, auch im Büro, aber der Blick aufs Home Office wird ein anderer sein.

Deine Meinung? Deine Erfahrungen?

Ich freue mich immer über Diskussionen oder auch Ergänzungen. Egal ob hier in den Kommentaren oder bei Twitter. Du Bloggst auch und hast auch schon über Home Office geschrieben? Immer her damit, Ich verlinke deine Beiträge hier gerne.

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About Frederik Proß

Ich lebe die Online-Kommunikation, bin Digital-Native und Early Adopter und weiß deshalb immer, was der nächste Trend in Sachen Kommunikation und Marketing ist. Ich probiere so gut wie alles aus, was nicht bedeutet dass ich auch jedem Trend hinterherrenne, denn Nachhaltigkeit ist sinnvoller als die Kurzlebigkeit mancher neuen Tools.
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