Die Sau und das Twitter-Dorf

Es gibt Themen und Ereignisse mit einem hohen Nachrichtenwert (der setzt sich aus einigen Nachrichtenfaktoren zusammen aber das ist grade nicht so wichtig). Ist der Nachrichtenwert hoch, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher dass die Medien darüber berichten. Und wenn die Medien berichten, unterhalten sich auch die Rezipienten/Konsumenten/Bürger/wieauchimmer darüber.
Genau an diesem Punkt hat Twitter vieles, sehr vieles im Verhalten der Menschen verändert. Aktuell wäre wohl gerade das Beispiel Wulff, vor einem Jahr war es Guttenberg, einmal war es ein Blumenkübel, und die CDU sowieso immer. Fast jeder tut seine Meinung kund, und zieht kräftig über die betreffenden her, Schreit möglichst noch lauter als die anderen. Soweit darf er das ja auch. Bei vielen drängt sich jedoch der Eindruck auf, dass sie wie das Fähnchen im Wind die vermeintliche Meinung der Masse adaptieren und twittern. Stephan hat genau das als Beispiel der sog. „Twitter-Schickeria“ herangezogen und nennt als einzigen Grund dafür den Wunsch nach Anerkennung in Form von Retweets und Favs. Ich denke das macht sehr viel aus.
Aber Ich sehe es globaler, vielmehr als eine „Schreispirale“ (Frei nach der Theorie der Schweigespirale ^^) Je mehr und je polemischer/niveauloser über ein Thema getwittert wird, desto mehr lassen sich davon anstecken. Die Meinung bzw. das Verhalten einiger weniger wird zu dem einer gefühlten Mehrheit, diese fühlen sich dadurch bestärkt und werden noch „lauter“. Natürlich steht dahinter mindestens unterbewusst der Wunsch gehört zu werden, und akzeptiert zu werden was sich auf Twitter eben durch Retweets und Favs ausdrückt.
Was aber einen viel höheren Stellenwert hat (haben sollte) ist die Unterhaltung, und Die beobachte ich gerade bei den betreffenden Themen in meiner Timeline nicht,oder nur sehr selten. Es werden nur „kluge Sprüche“ Retweetet oder versucht selbst welche zu kreieren.
Vielleicht ist das eben ein Teil der neuen Kommunikationskultur, dass die Happenings des „Sau durchs Dorf Treibens“ auf Twitter so zelebriert werden. Ich Hoffe es nicht.

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About Frederik Proß

Ich lebe die Online-Kommunikation, bin Digital-Native und Early Adopter und weiß deshalb immer, was der nächste Trend in Sachen Kommunikation und Marketing ist. Ich probiere so gut wie alles aus, was nicht bedeutet dass ich auch jedem Trend hinterherrenne, denn Nachhaltigkeit ist sinnvoller als die Kurzlebigkeit mancher neuen Tools.
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